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Bei der Holzvermarktung muss sich die Gemeinde Schmitten von Hessen-Forst trennen

Mit der vom Bundeskartellamt angestrebten Neuordnung des Holzverkaufes im Gemeindewald, der Bewirtschaftung der älteren Fichtenbestände gerade auf dem Feldberg und den Wildschäden im Schmittener Kommunalwald befasste sich der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) unter Vorsitz von Bernhard Eschweiler (FWG) am Dienstagabend in Schmitten. Bereits im Oktober hatte der Gutachter Fritz Richter eine kritische Stellungnahme zur Waldbewirtschaftung in Schmitten abgegeben, worauf das Forstamt Königstein, das den Gemeindewald betreut, dagegengehalten hatte. Aber: Mittlerweile steht fest, dass sich die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit zwischen Forstverwaltung und Gemeinde in den nächsten Monaten ändern wird. Daher hatte die FWG/CDU-Koalition die neuerliche Behandlung des Themas beantragt.

Passend zum Einstieg gab Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG) das Jahresergebnis für den Kommunalwald bekannt: Unterm Strich stehen 295 000 Euro. Der Rathauschef: Geplant waren 294 000, das ist eine Punktlandung.“

Mit den absehbaren Neuerungen in der Forstwirtschaft machte der Leiter des Forstamtes Königstein, Ralf Heitmann, den Ausschuss vertraut. Nachdem das Bundeskartellamt zunächst die Holzvermarktung in Baden-Württemberg als wettbewerbsrechtlich unzulässig eingestuft und ein entsprechendes Verfahren eingeleitet habe, sei mittlerweile davon auszugehen, dass im Laufe des Sommers die Holzvermarktung bundesweit neu geregelt werden müsse. Danach dürfe Hessen-Forst sein eigenes Holz aus dem Staatswald nicht mehr gemeinsam mit dem Holz aus dem Kommunalwald (und auch Privatwald) vermarkten. Nach Beratungen in einem Fachausschuss auf Landesebene sei geplant, im Rahmen einer Übergangsfrist von zwei Jahren hessenweit etwa sechs Organisationen – denkbar seien Vereine, Genossenschaften oder Unternehmen – zu gründen, die den Kommunen die Holzvermarktung abnehmen könnten. Dies betreffe alle Gemeinden, die mehr als 100 Hektar Wald besitzen.

Die Bewirtschaftung (Beförsterung) des Kommunalwaldes könne Hessen-Forst allerdings weiterhin übernehmen. Gleichwohl sei die Frage ungeklärt, ob der Landesbetrieb künftig auch „holzvorbereitende Tätigkeiten“ (etwa das Holzfällen und Rücken) abgeben müsse; hier sei der Ausgang eines noch anhängigen Gerichtsverfahrens abzuwarten. Zudem gebe es im besagten Fachausschuss auch Stimmen, die eine „Modelloffenheit“ nicht nur hinsichtlich der Holzvermarktung, sondern auch der Beförsterung des Kommunalwaldes fordern.

Wenn der HFA auch mehrheitlich äußerte, mit der bisherigen Bewirtschaftung des rund 1 300 Hektar großen Gemeindewaldes unter Regie von Hessen-Forst zufrieden zu sein: Das Gremium kam darin überein, zu seiner nächsten Sitzung Forstleute aus Oberursel, Bad Homburg und Usingen einzuladen, um von deren Erfahrungen lernen zu können; in diesen drei Kommunen laufen Waldbewirtschaftung und Holzvermarktung in Eigenregie. Davon abgesehen, muss der HFA auf dem Laufenden bleiben, was die eventuelle Mitgliedschaft in einer der neuen Holzvermarktungsorganisationen angeht. Hier sagte Forstamtschef Heitmann rechtzeitige Informationen zu. Auch der Hessische Städte- und Gemeindebund ist mit dem Thema befasst.

Sind die Fichtenbestände im Schmittener Gemeindewald überaltert? Verlieren sie an Wert und sind sie immer schwerer zu vermarkten? Diese Frage hatte das eingangs erwähnte Richter’ sche Gutachten aufgeworfen, was zu langen Diskussionen über versäumte Gewinne für die Gemeindekasse führte. Ausschussvorsitzender Eschweiler schickte voran, etwaige Fehler hätten nicht der aktuelle Gemeindevorstand, sondern die Väter oder gar Großväter gemacht. Forstamtschef Heitmann betonte, die Fichtenbestände in Schmitten seien zwar alt, aber nicht zu alt für eine ordentliche Vermarktung. Daher sei ein Fichtenkonzept für die Ernte über eine Zeitspanne von rund 20 Jahren erarbeitet worden, das gleichzeitig auch der natürlichen Verjüngung der Bestände erlaube. Ein Kahlschlag mit anschließender Neupflanzung sei ungleich teurer und auch unter dem Gesichtspunkt der naturnahen Waldbewirtschaftung keine Alternative.

Bei der Bekämpfung der Wildschäden könne Hessen-Forst nur fachliche Unterstützung geben (siehe auch Bericht links: „Schmackhaft“).

Dieser Artikel wurde am 1. Februar 2018 im Usinger Anzeiger veröffentlicht.

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